Allgemeines zur Rasse

Exterieur

edler, trockener Kopf mit guter Ganaschenfreiheit, breite Stirn, kleine, weit auseinander gesetzte Ohren, klare Augen mit klugem, sanftem aber lebhaftem Ausdruck. Deutlicher Widerrist, gut bemuskelter Rücken mit guter Sattellage, gute Brusttiefe und -breite.  Trockene Gelenke, stabile Röhre, kräftige, runde zur Proportion des Pferdes passende Huf.  Insgesamt gut proportioniert, üppiges, volles Langhaar                                                                                                                                         

Interieur

edel und lebhaft, gutmütiger Charakter, intelligent, anpassungsfähig, aufmerksam, handlich, ausdauernd, viel Präsenz, verlernt nichts, was es einmal gelernt hat, sehr menschenbezogen.

Geschichte

Im Jahr 1789 wurde 'Figure', der Stammvater der Morgans geboren. Er war braun, mit schwarzem Behang, hoher Aufrichtung, hatte ausdrucksstarke Augen, eine breite Stirn und einen kurzen, bemuskelten Rücken.

Obwohl er sehr temperamentvoll war, hatte er einen umgänglichen, sanften Charakter. Diese Merkmale gab er an alle seine Nachkommen weiter, egal, welcher Stute er zugeführt wurde.

"Figure" gelangte als junges Pferd an den  Komponisten und Lehrer Justin Morgan. Trotz seines geringen Stockmaßes von 140cm stellte er die Leistungen von Kaltblütern in den Schatten, wenn es darum ging Baumstämme zu bewegen. Außerdem gelang es ihm gegen Herausforderer in jeder Gangart anzutreten und sie zu besiegen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten veranlassten den damaligen Präsidenten James Monroe "Figure" als Paradepferd ausbilden zu lassen. Aufgrund seiner Leistungen, die er in Zucht und Arbeit erbrachte, sprach man bald nur noch von Morgans Pferd. So erhielt die Rasse ihren Namen.  Ab 1840 beherrschten die Morgans die Trab- und Galopprennszene und wurden von der amerikanischen Regierung als Kavalleriepferde ausgebildet und gefördert.

Das Morgan Horse wurde in Amerika in viele Rassen eingekreuzt, z.B. das Quarterhorse, das Saddlebred, den Tennessee Walker, um von der Schönheit und dem Charakter des Morgans zu profitieren.

Eine Zuchtlinie bei den Morgans war die 'Western Working Linie'. Diese Pferde wurden für die Arbeit auf den Ranches im Westen der USA eingesetzt. Aus diesen Linien tauchen immer wieder Morgans auf, die mit Quarterhorses gekreuzt wurden.
Auch heute wird das Morgan Horse zur Kreuzung mit Quartern eingesetzt, da die Morgans bekannt sind für ihre guten Hufe, stabilen Gelenke und ein sehr gutes Fundament besitzen.

Das American Saddlebred wurde im 19. Jahrhundert von Plantagenbesitzern in Kentucky entwickelt. Sie kreuzten Vollblüter mit Morgan Horses und dem Narrangaset Pacer.

Der Gründerhengst der Tennessee Walker 'Allen F-1' geb. 1886, stammte aus der Morganstute ' Maggie Marshall'. Sie war eine Enkelin des berühmten 'Black Hawk', der sich in Allens äußerer Erscheinung widerspiegelte. Ihr früherer Besitzer meinte, sie sei die schönste und edelste Stute gewesen, die er je besessen habe.
Da 'Allen F-1' von seinem Vater, einem Rennpasser, die Passveranlagung geerbt hatte, wurde aus einer Morganstute und einem Rennpasser eine neue Rasse gegründet, das Tennessee Walking Horse.

Das Morgan Horse selbst hat sich in seiner Reinheit erhalten und ist die einzige Pferderasse, die jemals von der amerikanischen Regierung gefördert wurde.

In den USA gibt es heute verschiedene Zuchtlinien. Die so genannten Parkhorses verfügen über eine hohe Aktion der Vorderbeine und werden besonders für die Shows gezüchtet. Die meisten Pferde, die für sportliche Zwecke gezüchtet werden, weisen in ihrem Stammbaum Abstammungen der Government Farm auf. Durch ein Testprogramm wurde sichergestellt, dass nur die besten Vertreter der Rasse zur Zucht eingesetzt wurden. 1950 stellte die amerikanische Regierung ihre Fördergelder ein, und das Zuchtprogramm wurde von der Universität von Vermont und anderen Züchtern weitergeführt.

Das Lipitt-Morgan  gehört zu den Morgans, deren Wurzeln bis zu dem "Urahn" Figure zurückreichen. Diese Blutlinie geht auf den Züchter Robert Lippitt Knight zurück. Sie bringt etwas kleinere Pferde hervor, mit einem schmaleren und kürzeren Körperbau.
Ende des 19. Jahrhunderts hat die Familie "Brunk" in Illinois eine hochwertige Zucht aufgebaut. Der Einfluss ihrer Pferde ist deutlich innerhalb der Züchtungen auf den Ranches im Westen der USA festzustellen, die unter dem Begriff "Western Working Family" bekannt sind. Mit der Ausweitung des Viehherden - Imperiums Ende des 19. Jahrhunderts entstand im Westen der USA der Bedarf nach einem zähen, wendigen, sensiblen Ranchpferd, das auf den Ranches, die oftmals Tausende von Acres an rauem, weitem und unerschlossenem Land umfassten, eingesetzt werden konnte.